Mantrailing

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Die Sache mit der Motivation

Vorweg:

Ich möchte hier absichtlich NICHT Themen anschneiden, die Hundeprofis und Wissenschaftler behandeln (Triebe, Verhaltensweisen, Naturinstinkte usw), sondern den Hundeführern einige Denkansätze darlegen, um ihr Training auch unter den richtigen Aspekten betrachten zu können.

Menschliche Vergleichsansätze sind normalerweise nicht mein Ding, aber hier ist es durchaus ein legetimes Mittel, Motivation ansich zu verstehen und dies dann artgerecht auf den Hund zu übertragen.

 

Es scheint ja eine relativ einfache Sache, motiviere deinen Hund die vermisste Person zu finden.

Aber genau daran scheitert es vielmals, dem Hund die richtige Motivaton abzuverlangen.

Viele glauben, diese mittels künstlichen Hilfsmittel zu fördern und erleiden leider oft Schiffbruch.

 

Ich schildere mal ein einfaches Beispiel:
Wenn ich in einem Kaffeehaus eine sehr gute Torte bekomme, dann fahre ich dort gerne hin, weil ich mich darauf freue. Wenn ich diese Torte auch zu Hause bekomme, warum sollte ich dann ins Kaffeehaus fahren?

 

Letztlich gehts genau darum, welche Motivation soll ein Hund haben, eine Person zu suchen?
Und da sind wir schon beim Kernpunkt der ganzen Arbeit angelangt.

Weiterlesen: Die Sache mit der Motivation

Die passive Beeinflussung

Passive Influence oder die passive Beeinflussung ist ein wichtiges Instrument bei der Arbeit mit dem Hund.

Hier gibt es immer wieder Mißverständnisse, was das Passiv ist und führt dadurch immer wieder zu Fehlern im Trailen.

 

Ich erkläre hier mal, um was es eigentlich geht:

 

Wir versuchen während des Trailens immer in Bewegung zu bleiben, um dem Hund das Gefühl zu geben, immer zu arbeiten.
Es kommt jedoch oft zu Situationen, wo wir dem Hund helfen müssen, den Trail zu finden oder sich von einer Ablenkung zu befreien.
Wenn wir dies aktiv machen, wird der Hund lernen, uns zu lesen und sich bei allfälligen Schwierigkeiten immer nach uns richten. Dies kann bei einem Echteinsatz ( Real Case ) zu fatalen Ergebnissen führen.

Weiterlesen: Die passive Beeinflussung

Das Lesen des Hundes

In meiner langjährigen Einsatzerfahrung ist mir bewußt geworden, dass der wichtigste Punkt das Lesen des eigenen Hundes ist.

Egal ob im Polizei oder Rettungseinsatz, beim Stöbern nach Personen, bei Fährtenarbeiten oder auch beim Mantrailing hängt der Einsatzerfolg sehr oft von den Interpretationen der Verhaltensweisen seines Hundes ab.

 

Im Mantrailing ist wohl der berühmteste Ansatz, wo ansich jeder übereinstimmt, der Proximity Alert - Annäherungs Alarm.
Hier sagen eigentlich alle Mantrailer, dass dieses Verhalten des Hundes sehr wichtig sei.

 

Aber Sie übesehen sehr oft dabei, dass auch ganz andere Verhaltensweisen Informationen auf dem Trail liefern und deshalb nicht außer Acht gelassen werden sollten.

 

Wie aber lerne ich den Hund lesen?

Weiterlesen: Das Lesen des Hundes

Ausbildungsmethoden

Es gibt etliche Methoden,einen erfolgreichen Mantrailer auszubilden, ich versuche hier mal einige kurz darzustellen und Vor- und Nachteile zu beleuchten.

 

Scent in a Bottle:

Unter Scent in a Bottle versteht man die Methode, einen Geruchsgegenstand in einer Flüssigkeit (destiliertes Wasser) einzuweichen, wodurch die Geruchspartikel abgegeben werden. Diese Flüssigkeit wird mittels Sprühflasche auf den Trail aufgetragen.

Vorteil: man kann relativ genau die Spur definieren.

Nachteil: man gibt eine künstlich erzeugte Spur vor, die man irgend wann in der Ausbildung abbauen muss.

 

Spurenvorgabe mittels Geruchsgegenstanden:

mittels kleinen Gegenständen, die der Trailleger auf dem Trail positioniert, wird ein Trail ausgelegt:

Vorteil: man kann den Spurverlauf anhand der Gegenstände erkennen und den Hund kontrollieren, für den Hund gibt es künstlich erzeugte Orientierungspunkte. Ebenso kann man durch die Gegenstände den Hund sehr nahe am Trail binden. Ebenso erhält man die Möglichkeit den Hund immer wieder zu bestätigen.

Nachteil: Diese künstlich erzeugten Orientierungspunkte helfen den Hund mehr, als es notwendig ist, zumal der Hund von Natur aus sowieso einer Spur folgen kann. Man muss diese Orientierungspunkte in der Folge als Hilfsmittel für den Hund abbauen.

Weiterlesen: Ausbildungsmethoden

Was ist Mantrailing?

Unter Mantrailing versteht man die Suche des Hundes nach einer Person, wobei der Hund dem Individualgeruch einer Person folgt.

In Europa ist diese Suchart etwas in Vergessenheit geraten, jedoch in den letzten Jahren immer mehr wieder für die gezielte Suche nach Personen im Rettungs- und auch im Polizeibereich wiederentdeckt worden.

Mantrailen und Fährtenarbeiten unterscheiden sich in verschiedensten Bereichen, jedoch haben sie eines gemeinsam: Man muss den Hund im Einsatz lesen können, um erfolgreich zu sein. 2013 hatte ich das erste Mal Kontakt mit Kevin John Kocher aus Amerika, der seit den 80er Jahren als Polizeihundeführer im Maintrailingbereich tätig war. Kevin hatte ein einfach strukturiertes und erlernbares Konzept entwickelt, um dem Hundeführer das Lesen seines Hundes zu erleichtern.

Weiterlesen: Was ist Mantrailing?